Samstag, 11. Oktober 2008

rettung

endlich draussen, endlich spiel und spass. die pure freude. cara ist ja soooo schlau. frauchen stellt sich vor einen grossen stein, cara hüpft drauf. frauchen guckt auf einen baumstamm, der vor ihr liegt, cara springt drüber. frauchen macht einen grossen schritt, cara läuft durch die beine. frauchen geht in die hocke, cara macht platz. belohnt mit jede menge lob, einem spiel oder futter. so beschliesst frauchen den kurzen spaziergang um eine kleine runde zu erweitern. nur noch ein bisschen. frauchen nimmt also die leine in die hand, cara kommt näher und lässt sich kommentarlos anleinen. dafür darf sie 'le bleu' tragen - den, nach diesem spaziergang, wertvollsten ball.

auf der wiese toben wir zusammen. frauchen schmeisst den ball, cara holt ihn, rennt an frauchen vorbei, lässt le bleu auf die erde plumsen, alles gut und recht. frauchen will ja nicht, dass cara ihn bringt, sie soll ihn holen, bedeutet, in die nähe transportieren. was folgt, ist eins von caras lieblingsspielen. sie tut so, als wenn sie gras fressen würde oder mit sonstwas beschäftigt ist, hat ihren schatz aber immer im blick. frauchen nähert sich und schwubs springt cara förmlich auf das spielzeug und saust damit davon.

ein paar minuten später, frauchen hat das spiel abgebrochen, gehts weiter. ans wasser. yeah. aber von dieser seite kommt man nicht rein. also hund voraus über die brücke. cara, noch immer mit ball im maul, geht gucken, staunt, dass das bord auch hier steil runter geht, und lässt le bleu in die tiefe fallen.

da liegt er nun, treibend im wasser. ohne ihn weiter zu gehen, unmöglich! denn dann hätte frauchen ein nervliches wrack zu hause. frauchen erinnert sich an die szene mit dem kong, der opfer der flut wurde... oder dem igeli, das cara noch lange nach dessen verschwinden gesucht hat. also sucht sie einen weg, wo cara sich ins wasser wagen kann. die stelle ist auch schnell gefunden. freiwillig springt cara ins kalte nass und weiss, was sie zu tun hat. nur, wo ist le bleu? zwar aus den augen, aber lange nicht aus dem sinn. da wird gefiept was das zeug hält. so gehts also nicht, cara lässt sich nicht motivieren, dem ball ein stück entgegenzuschwimmen, so dass sie ihn sieht. also wieder ans ufer und an land ein stück zurück, damit frauchen dem hund zeigen kann, was sie von ihr will - dieses 'spiel' wurde unzählige male wiederholt. ohne erfolg.

ein neuer plan muss her. fakt ist, hund muss ins wasser. welch ein drama! wieder bei der brücke - vonwo aus man einen guten blick auf den schwimmenden ball hat - wartet der hund auf neue anweisungen.

das cara runter von der brücke muss, hat sie kapiert. auch dass sie unter der brücke, auf dem trockenen, durch muss, wo frauchen auf sie runter schaut und dirigiert. nun steht sie da, sieht, dass sie le bleu ein stückchen - 50cm - näher ist und fängt an ihn auffordern anzubellen. soll er sich doch selber die wand hoch katapultieren. super idee cara, nur, bälle fliegen nicht von selbst - woher soll hund das wissen.

da entdeckt frauchen am anderen ufer einen langen stock, der könnte reichen. also mit cara, die immernoch auffordernd bellt, nun aber gegen frauchen gerichtet, wieder über die brücke, ins unterholz, den stock, der 2x so lang ist wie frauchen, aus dem dickicht ziehen, den hund davon abhalten, den stock zu zerbeissen, wieder über die brücke und den ball aus dem wasser angeln.

problem: frauchen kann nicht angeln. nach gefühlten 2h und einem hund der nicht weiss, wen er nun anfeuern soll, springt frauchen über ihren schatten. hängt die leine an das brückengeländer. quetscht sich unter dem brückengeländer durch und passt auch ja auf, dass sie es nicht loslässt und in die tiefe stürzt. hangelt sich runter auf die plattform. vorsichtig setzt sie einen schritt nach den andern. steht neben dem hund. versucht nochmals mit hilfe des stocks le bleu aus dem wasser zu ziehen. erfolglos. also entledigt sie sich ihrer schuhe und socken, legt sie sorgsam auf die seite. krempelt die hosenbeine hoch und rutscht ins wasser. rettet den ball, packt ihn in die jackentasche. hievt sich die 1.50m hoch. schlüpft in die schuhe. bückt sich, um den kopf nicht an der brücke anzuschlagen, krabbelt mit hund - mal vorraus mal hinterher, aber immer bellend - untendurch. versucht cara zu beruhigen, in dem sie zeigt, was sie in der jackentasche hat und macht sich anschliessend mit nassem hosenboden, den socken in den händen, den noch immer hochgekrempelten hosenbeinen, auf die leine zu befreien und nach hause zu gehen.